AfD nimmt Wahlkampf in Mainz wörtlich

Hand eines Menschen, der ein Pfefferspray hält.

Ein AfD-Wahlkämpfer, das Pfefferspray kurz nach der Attacke noch in der Hand. Zwischenzeit | CC BY-NC-SA

Der Samstag könnte so schön sein, wäre da nicht die AfD. Mit ihrem „Eurowehr“-Wahlkampfmobil versuchte die rechtsradikale Partei heute an der Mainzer Alten Universität ihre gefährlichen Thesen zu verbreiten. Etwa 15 Antifaschist*innen wollten dem etwas entgegensetzen: Mit Flatterband begannen sie, den Wahlkampfstand zu markieren,  sprachen Passant*innen auf die Partei an und verklebten antirassistische Aufkleber. Der rechten Wahlkampf-Truppe schmeckte die spontane Aktion wenig. Sofort zerrissen die sprichwörtlichen Wahlkämpfer das Absperrband und gingen die Protestierenden aggressiv an.

Der AfD-Wahlkämpfer zieht das Pfefferspray erneut.

Der AfD-Wahlkämpfer zieht das Pfefferspray erneut.

Einer der AfD-Wahlkampfhelfer beließ es jedoch nicht bei den Pöbeleien seiner Spießgesellen. Als eine der Protestierenden sich dem Stand näherte, versuchte er, xxx xx xxxxx xx xxxxxxx xxx xxxxx xxx xxx xxxxxxxxxxxx xx. Doch die kurz darauf eintreffende Polizei hatte nichts Besseres zu tun, als die Gegner*innen der AfD zu kontrollieren und ihre Personalien aufzunehmen. Der xxxxxxxxx blieb unbehelligt. Ob er durchsucht wurde, ist unklar. Nach der Störaktion war den Rechten die Lust am Wahlkampf vorerst vergangen, sodass sie die „Eurowehr“ und zwei Transparente vom benachbarten Gutenbergplatz abzog.

Ein weiteres Mal hat sich gezeigt, dass von der AfD ein nicht zu leugnendes Gewaltpotential ausgeht. Nicht nur, dass die Partei ein Spiegel des grassierenden Rassismus ist, den sie aufgreift und verstärkt. Die AfD ist eine menschenfeindliche Organisation, die Gewalt fördert und Gewalt verkörpert. Vor bereits einem Monat hatte das Bündnis „Mainz stellt sich quer“ unter anderem vor dem rheinland-pfälzischen AfD-Listenzweitplatziertem Joachim Paul gewarnt. Paul ist Mitglied in der Nazi-Burschenschaft der Raczeks zu Bonn, die viele Verbindungen ins militant-rechte Lager hat. Auf einem Wahlkampfevent der AfD in Mainz-Finthen wurden jüngst bei den Partei-Securities verschiedene Waffen sichergestellt. Dass die Militanz der AfD-Anhänger kein Problem von Einzelpersonen ist, hat die Partei heute erneut xxxxx xxxxxx xxxxxxxx.

Nachtrag, 28.2. 13:40 Uhr:

Seitens verschiedener Medien, unter anderem der offiziellen Polizei-Pressemeldung, der AZ und dem Merkurist, wird xxx xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx bezweifelt oder schlicht verschwiegen. Unter anderem heißt es, es habe „keine Verletzten durch xxx xxxxxxx xxx xxxxxxxxxxxx“ gegeben. Das ist xxxxxxxxxxxx: xxx xxxxxxx wurde uns von unserem Fotografen und mehreren anderen Augenzeug*innen, unter anderem xxx xxxxxxxxxxxxx xxxxxx, die nicht mit der Polizei reden will, bestätigt. Unser Titelbild zeigt einen Ausschnitt aus einem Foto des xxxxxxxxxx wenige Sekunden nach xxx xxx. Dieses Bild wurde auch von Polizist*innen am Ort des Geschehens in Augenschein genommen und ihnen gegenüber durch kurze Schilderungen xxx xxxxxxxx ergänzt.

Nachtrag, 11.3., 19:30 Uhr:

Ein Zeuge berichtet, die Polizei habe vor Ort angegeben, xxx xxxxx durchsucht zu haben. Weitere Berichte, die eine Durchsuchung bestätigen könnten, haben wir keine. Wir haben unseren Artikel dementsprechend angepasst.

Christian Borchert

Über Christian Borchert

Christian Borchert hat in Mainz Politikwissenschaften und Soziologie studiert, um dann nach Abschluss seines Studiums 2012 erstmal nach Frankreich zu verschwinden. Dort hat er Häuser besetzt und verschiedene urbane, linke Projekte bei ihrer Pressearbeit unterstützt. Sein Arbeitsschwerpunkt sind populistische, politische Strömungen und die Hausbesetzer_innenszene. Seit April 2014 wirkt er auch als Autor bei der Zwischenzeit mit.

7 Gedanken zu “AfD nimmt Wahlkampf in Mainz wörtlich

  1. Steffen

    Auf AZ-Nachfrage bekräftigte ein Sprecher der Polizei am Sonntag, dass es keinerlei Hinweise gebe, wonach ein AfD-Mitglied gegen die Störer Pfefferspray eingesetzt hätte. Weder hätten die eingesetzten Beamten eine Pfefferspraydose gesehen noch hätte einer der Gegendemonstranten gesundheitliche Schäden davongetragen. Auf Facebook hieß es, die AfD-Mitglieder hinter dem Stand hätten sich mit Pfefferspray gegen die Aktion der Gegendemonstranten gewehrt.

    • Christian BorchertChristian Borchert Autor

      Dann macht der Polizeisprecher entweder bewusst oder aufgrund mangelnder interner Kommunikation falsche Angaben. Wie auf unserem Titelbild klar zu erkennen ist, hielt der AfD-Wahlkampfhelfer auch nach xxx xxxxxxx noch xxx xxxxxxxxxxxx in der Hand. Dieses Bild wurde an Ort und Stelle des Ereignisse von Polizeibeamt*innen besehen und die Tatsache zu Protokoll genommen. Die Verletzte ist der Redaktion namentlich bekannt und hat uns den Verlauf der Ereignisse, wie sie auch unser Fotograf beobachtet hat, noch vor Ort bestätigt.

  2. Weltner, Konstanze

    Da offensichtlich weder die Polizei noch die konventionellen Medien, sprich, die AZ Mainz, wissen wollen, daß die Gewalt von einem Afd-ler ausging, wird es Zeit, daß diese es erfahren. Daher fordere ich alle auf, die den Pfefferspray-Angriff gesehen haben, diesen mindestens der AZ mitzuteilen – am Besten natürlich mit Fotos. Vielleicht kann dann die AZ ihren falschen Artikel richtigstellen oder sogar einen Aufruf starten, daß sich noch mehr Zeugen, unbeteiligte Passanten, melden. Und dann gibt es Chancen auch die Polizei auf ihr fehlverhalten hinzuweisen.
    Also, an alle, die den Vorgang beobachtet haben: Meldet Euch bei Freu Nellesen von der AZ ( ich habe einen leserbrief geschrieben und Frau Nelessen hat zurückheschrieben, daß sich doch bitte Zeugen meöden sollen bei der AZ). In diesem Sinne, solidarische Grüße Konstanze

  3. Pingback: Besorgte Nachrichten, KW 9/2016 « Wir sind besorgte Bürger!

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