Persönlicher Drohbrief vom Nazikader

Aufforderung zur Ausreise: Die Postkarte der Nazis vom 3. Weg.

Aufforderung zur Ausreise: Die rassistische Postkarte der Nazis vom 3. Weg. III. Weg | Public Domain

Am frühen Mittwochmorgen lag sie bei Uli Lenz im Briefkasten: Eine drohende Postkarte von der Nazi-Partei III. Weg, die speziell an den Landtagskandidaten der Partei Die LINKE adressiert war. „Ich gehe davon aus, dass die auch etliche Kandidat*innen der anderen Parteien bekommen haben, ob Grüne, SPD oder vielleicht auch CDU,“ so Lenz gegenüber der Redaktion.

Auf der Vorderseite der Postkarte prangt eine Darstellung eines sinkenden Schiffs voller Migrant*innen, darüber der Schriftzug: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen.“ Auf der Rückseite der Karte wird Lenz aufgefordert, in den „Nahen Osten und Afrika“ auszureisen. Als Rücksendeadresse wird auf der Karte ein Postfach im pfälzischen Bad Dürkheim angegeben. Im dortigen Kreistag saß bis 2013 der derzeitige Bundesvorsitzende des III. Wegs Klaus Armstroff als NPD-Abgeordneter. Der Nazi-Kader firmiert auf der Karte auch als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts.

Lenz lässt sich von der Zusendung nicht verunsichern: „Ich bin nicht eingeschüchtert, im Gegenteil. Diese Drohung bestärkt mich nur mehr in der Überzeugung, gegen Rechte vorzugehen und ihre Umtriebe auch öffentlich zu machen.“ Er sei nicht überrascht davon, dass Nazis ihre Gegner*innen mit Aktionen bedrohen und unter Druck setzen wollen. Einige Jahre zuvor sei ihm schon einmal von Rechten eine Schaufensterscheibe in seinem Ladengeschäft eingeschlagen worden: „Die Polizei hat den Täter natürlich nie ermittelt.“

Kaspar Skwatten

Über Kaspar Skwatten

Vor etwa einem Jahr tauchte Kaspar Skwatten in Mainz auf: Müde von der Reise beschloss der gelernte Gärtner, der schon viel herumgekommen war, sich auf ein neues Arbeitsfeld einzulassen und fand schnell neue journalistische Freunde. Nun schreibt er für die Zwischenzeit und beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Rassismus.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *