Eichhörnchen auf Lesereise

Beluga und Eichhörnchen Peter / Cécile | ©

Das Aktionsschiff „Beluga II“ von Greenpeace machte auf seiner internationalen „Stop Risking Europe-Tour“ auch in Mainz fest. Die „Beluga II“ lag vom 20. bis 21.05.2014 am Rheinufer (Stresemannufer) hinter dem Fort Malakoff. Mit dieser Tour machte die unabhängige Umweltorganisation auf die Gefahren aufmerksam, die von den überalterten AKW in Europa ausgehen. „Die Uralt-Reaktoren sind tickende Zeitbomben. Der Weiterbetrieb ist absolut unverantwortlich“, sagte Christopher Kleinheitz von der Greenpeace-Gruppe Mainz/Wiesbaden. „Aus Sicherheitsgründen muss auch Philippsburg sofort abgeschaltet werden, bevor es zu einem schweren Unfall kommt.“

Seit dem 26. April fuhr das Greenpeace-Schiff „Beluge II“ den Rhein entlang und besuchte einige der ältesten Atomkraftwerke in Europa. Nach dem AKW Fessenheim machte das Schiff in Städten in direkter Nähe alter Atomkraftwerke fest, wie Basel (Schweiz), Strasbourg und Metz (Frankreich) und Remich (Luxemburg). Auch einige deutsche Großstädte sowie die AKW Cattenom (Frankreich) und Philippsburg standen auf dem Tourplan.

An Bord der „Beluga II“ informierte eine Ausstellung über die einzelnen Anlagen und darüber hinaus über die Gefahren alternder Atomkraftwerke. Besucher konnten ihre Stimme gegen die AKW Fessenheim und Cattenom abgeben und sich an weiteren Mitmach-Aktionen beteiligen. Die Besatzung bot auch Schiffsführungen an. Darüber hinaus gab es Angebote für Kinder und Erwachsene, Windräder und Buttons zu basteln.

Energiewende selber machen – in der Region

Greenpeace Mainz/Wiesbaden lag es besonders am Herzen, auf der Beluga auch auf die deutsche Energiewende einzugehen. Mit einer Posterausstellung wurde den Besuchern aufgezeigt, wie sich der Einzelne selbst und in der Region für die Energiewende einsetzen kann und welche Fakten in der öffentlichen Diskussion, insbesondere zum Thema Strompreise, oft nicht berücksichtigt werden.

Außerdem fanden zwei Vorträge auf dem Schiff statt. Die Kletteraktivistin Cécile Lecomte („Eichhörnchen“) las aus ihrem Buch „Kommen Sie da runter!“ und berichtete von ihren Aktionen. Im nachstehenden Audio-Interview erzählt Cécile Lecomte mehr von ihrem Buch. Am folgenden Tag sprach Toni Christ, Bürgermeister von Mastershausen über die Chancen der Energiewende vor Ort und wie seine Gemeinde es geschafft hat, von Erneuerbaren Energien zu profitieren.

Neue Phase des atomaren Risikos beginnt

Ein kürzlich veröffentlichter Report von Greenpeace verdeutlicht: Das steigende Alter von AKWs erhöht die Gefahr eines schweren Unfalls. In Europa sind 66 der 151 AKW bereits älter als 30 Jahre, sieben sogar älter als 40 Jahre. Dennoch planen viele Regierungen, die Laufzeiten weiter zu verlängern und die Leistung sogar noch zu steigern. Staaten wie Frankreich und die Schweiz ignorieren das Risiko, das von den alternden Systemen ausgeht. Damit beginnt für Europa eine weitere Phase des atomaren Risikos.

Die Alterung der AKWs ist in fast allen europäischen Ländern mit Atomenergie ein drängendes Problem. Trotz Nachrüstungen und Reparaturen verschlechtert sich der Gesamtzustand von Atommeilern langfristig durch Materialermüdung und –verschleiß. Weitere Informationen zur Tour der Beluga findet ihr hier.

Interview mit Cécile Lecomte:

Peter Schausberger

Über Peter Schausberger

Schon seit vielen Jahren ist Peter Schausberger aktives Mitglied bei einem Freien Radio und hat schon viele Beiträge dem Bundesverband Freier Radios zur Verfügung gestellt. Sein journalistischer Arbeitsschwerpunkt liegt im linksalternativen Spektrum, wie etwa in der Umweltbewegung.

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