Energiewende gerettet?

Energiewnde retten Mainz

Auf der Theodor-Heuss-Brücke Mainz Willfried Jaspers | CC BY-NC-SA

In den beiden Landeshauptstädten Mainz und Wiesbaden gingen am 22.3. tausende Menschen für die Energiewende auf die Straße. Zum gemeinsamen Abschluss in Wiesbaden versammelten sich laut OrganisatorInnen der Demo 4.000 TeilnehmerInnen. Parallel dazu fanden in München, Kiel, Potsdam, Düsseldorf und Hannover Demonstrationen statt. Sie wurden organisiert von der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“, dem Bund für Umwelt und Natur-schutz Deutschland (BUND), dem Kampagnen-Netzwerk campact, den NaturFreunden Deutschlands und zahlreichen regionalen Trägern. Die VeranstalterInnen sprechen von 30.000 Teilnehmenden.

In Mainz ging es um 12 Uhr auf dem Gutenbergplatz los, der so voll war, wie schon lange nicht mehr. Ulrich Mohr vom BUND Südpfalz heizte kräftig gegen die schleichende Rücknahme der Energiewende durch die Bundesregierung ein. Anschließend marschierten die DemonstrantInnen durch Mainz und danach über die Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz-Kastel. Von dort aus ging es mit Zug und Bus nach Wiesbaden zum Hauptbahnhof. Dort angelangt und nach einer kurzen Rede ging es weiter bis zum Schloßplatz in Wiesbaden.

Kohle verwandelt Strände in „Aschenbecher“

Alejandro Rodriguez aus Kolumbien sprach über den dortigen Kohleabbau. Freihandelszonen bedeuten für Kolumbien einen Verlust an Souveränität und vollkommene Abhängigkeit vom Steinkohleexport. Ernährungssicherheit, die Möglichkeit alternativer Entwicklung und eine Rückkehr in die Zeit des Kolonialismus drohen. 2013 hat Kolumbien 80 Millionen Tonnen Steinkohle exportiert, 70 Millionen Tonnen davon sind in Deutschland gelandet. Alejandro prangerte die massiven Kohlesubventionen für die großen Energiekonzerne in Deutschland an. Sie bewirkten die Abschaffung der Grundrechte, die Ausbeutung und Verarmung der Bevölkerungen und die Verschmutzung der Umwelt. Die schönsten Strände Kolumbiens sehen heute aus wie „Aschenbecher“.

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte: „Wir fordern die Ministerpräsidenten der Länder auf, jeden Versuch der Bundesregierung, den Ausbau erneuerbarer Energien einzuschränken, klar und deutlich zurückzuweisen. Wenn die Politik den Willen einer Mehrheit der Bundesbürger umsetzen will, dann muss sie ein Abwürgen der Energiewende auf jeden Fall verhindern. Das ist unsere Gesellschaft folgenden Generationen und dem Schutz von Umwelt und Klima schuldig.“ Weitere RednerInnen waren Ingo Hoppe von der Initiative AK.W.ENDE Bergstraße und Carol-Sue, die für das Bündnis ByeByeBiblis sprach. Für die musikalische Untermalung der Redebeiträge sorgte die Gruppe: Absinto Orkestra.

Die Zwischenzeit dokumentiert die Auftakt- und Schlusskundgebung:

Peter Schausberger

Über Peter Schausberger

Schon seit vielen Jahren ist Peter Schausberger aktives Mitglied bei einem Freien Radio und hat schon viele Beiträge dem Bundesverband Freier Radios zur Verfügung gestellt. Sein journalistischer Arbeitsschwerpunkt liegt im linksalternativen Spektrum, wie etwa in der Umweltbewegung.

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