Kein Fußbreit den Faschisten bei Auschwitz-Gedenken

Vermummte Antifa-Aktivistin vor Antifa-Fahne.

Eine internationale Bewegung: Antifa-Aktivistin in den Vereinigten Staaten (Symbolbild). Geoff Livingston | CC BY-NC-SA

Am 27. Januar 1945 wurde der Lagerkomplex Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Dieses Datum wurde zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Auch im Umland von Alzey – in Wörrstadt, Saulheim und Wöllstein – waren für den Gedenktag mehrere Veranstaltungen geplant. Dem Aufruf zur Gedenkveranstaltung in Wörrstadt waren etwa 80 Menschen gefolgt.

Nazis wollten Gedenken stören

Für den Nazi Florian Grabowski aus Wöllstein mit seinen Kameraden aus der rechtsextremen Kleinstpartei „Die Rechte“ war die Gedenkveranstaltungen Anlass genug, in eben diesen Gemeinden ebenfalls Kundgebungen anzumelden. Unterstützt wurde Grabowski dabei von der Kameradschaft Zweibrücken. So hatte sich am 27. Januar in Wörrstadt auch eine kleine Gruppe von 15 Nazis eingefunden.

Der Versuch einiger entschlossener Antifascht*innen in Sicht- und Rufweite der Nazis zu gelangen, wurde durch die Polizei, die relativ starke Präsenz zeigte, sofort unterbunden. In Saulheim waren bei der Demonstration etwa 70 Antifaschist*innen am Start, die die Nazis mühelos übertönten. Und selbst in Wöllstein, der letzten Station, gelang es den Rechten nicht, sich Gehör zu verschaffen.

Grabowski kein Unbekannter in der rechtsextremen Szene

Grabowski kann auf einige Erfahrungen in der rechten Szene zurückblicken. Er kommt aus dem Umfeld der „Freien Kameradschaften“ und war Aktivist der Initiative Süd-West und der Nationalen Sozialisten Mainz-Bingen-Kreuznach. Im Dezember 2013 gründete er in Rheinland-Pfalz den winzigen Landesverband der Partei „Die Rechte (DR)“.

Bereits im letzten Jahr hatte Grabowski mehrmals gemeinsam mit seiner rechten Splitterpartei versucht, in Alzey und Umgebung seine Nazipropaganda auf die Straße zu tragen, was durch antifaschistische Proteste immer wieder verhindert wurde. Und das obwohl den Rechten von staatlicher Seite für ihre vergangenen Aktionen geradezu eine Komfortzone geschaffen wurde.

Antifaschist*innen auch im Hinterland gut aufgestellt

Diesmal hatten die Linksjugend [‘solid] Alzey und die Antifaschistische Initiative Alzey zu Gegenaktionen aufgerufen. „Wir werden nicht zulassen, dass das Gedenken an Millionen von Nazis grausam ermordeter Menschen durch Neonazis beschmutzt wird“, erklärte die Antifaschistische Initiative Alzey in ihrem Aufruf.

Nun kann die Linksjugend [‘solid] einen positiven Fazit der Veranstaltungen ziehen: „Wir werden den Faschisten weder Alzey noch die Dörfer ungestört überlassen!“ Das Zeichen ist klar und deutlich: Es gibt kein ruhiges Hinterland, wo Nazis ihre menschenverachtenden Hetze ungestört verbreiteten können. Immer wieder wird ihnen – wo auch immer – entschiedener antifaschistischer Protest entgegenschlagen.

Marie Blum

Über Marie Blum

Marie Blum schreibt für Lokalzeitungen über historische und aktuelle Themen. Sie ist regelmäßige Besucherin beim Open Ohr. Immer bedächtig, oft gechillt und selten fuchsteufelswild geht sie ihren Themen nach – und gibt nie auf.

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