Hokus, Pokus, Cronopios!

Menschen treffen sich für das Infocafé Cronopios

Alle sind zusammengekommen, um ein Cronopios zu erschaffen. Jan Zombik | CC BY-NC-SA

In Mainz besteht bis dato ein Vakuum an soziokulturellen und politischen Freiräumen: Die OA7 wurde vor mehr als 2 Jahren geräumt, das Haus Mainusch ist derzeit der einzige öffentliche Raum für kontinuierliche linke Kultur und Politik. Doch nun soll unter dem Namen „Cronopios“ in der Zanggasse 21 im Laufe des Julis ein sogenannter Infoladen eröffnen. Emanzipatorisch arbeitende Gruppen können dort fortan einen Treffpunkt gestalten, ein Ort zur Planung von politischen Projekten, Diskussionen, Vernetzung und zwanglosem Zusammensein soll entstehen. Auch die Nachbarschaft soll in den Infoladen eingebunden werden.

Am Montag Abend letzter Woche fand dazu in den zukünftigen Räumlichkeiten des Infoladens ein erstes Treffen mit vielen lokalen Gruppen und Einzelpersonen statt – mehr als 40 Personen aus soziokulturellen und politisch linksalternativen Zusammenhängen sind gekommen. Dabei wurde vor allem das Projekt vorgestellt und zur Mitarbeit aufgerufen. „Wir stellen nur die Wände zur Verfügung, den Inhalt macht ihr.“, ermutigte eine der Mitinitiator_innen des Projekts die Anwesenden, sich einzubringen. Ebenso wurde der Grundkonsens des Projekts begrüßt, einen Ort zu schaffen, an dem gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht erwünscht ist.

Der Bedarf nach Vernetzung ist groß

Über monatlich zugesicherte Beträge von Einzelpersonen, Gruppenbeiträge und sonstige Spenden wird das Projekt die Miete für den Laden selbst aufbringen. Projektbezogene Entscheidungen werden hingegen mit allen Beteiligten ausschließlich im Konsens getroffen und unabhängig von der Höhe finanzieller Zuwendungen sein. Im und für das Projekt gearbeitet wird jedoch jetzt schon in vielen Arbeitsgruppen, die beispielsweise die Homepage oder den Veranstaltungskalender betreuen.

Und dieser Kalender wird wohl gut gefüllt sein. Viele der Gruppen, die am Montagabend gekommen sind, darunter Foodsharing Mainz, die lokale Rote Hilfe, attac Mainz, Save Me, XYK Mainz, Medinetz, die Anarchosyndikalistische Jugend, die hiesige DFG-VK, Teachers on the Road und etliche weitere, haben schon angekündigt, den Raum für Veranstaltungen zu nutzen. Einige waren auch gleich bereit, das Cronopios mit einer monatlichen Spende zu unterstützen.

Den Bedarf nach dem Infoladen zeigt die Fülle von Nutzungwünschen für die Räumlichkeiten, die direkt vor Ort vorgetragen wurden: Gruppen wollen sich dort treffen, Vorträge und Workshops sollen dort stattfinden, ein Foodsharing-Kühlschrank aufgestellt werden, Infomaterialien ausgelegt, oder Nachhilfe für Kinder von Migrant_innen einen Raum erhalten. Außerdem wird bald eine politische Bibliothek eingerichtet und eine KüFa (Küche für alle) bekocht. Ebenso ist angedacht, dass sich die Nutzer_innen bei ihrem Aufenthalt im Cronopios mit Getränken auf Spendenbasis versorgen können.

Das Infocafé bittet um Unterstützung

Nun wurde auch der Mietvertrag unterzeichnet – eine wichtige Hürde für das Projekt ist damit genommen, doch fallen nun auch Mietkosten an. Daher rufen die Initiator_innen und zukünftigen Nutzer_innen des Cronopios zu weiteren Spenden auf, damit das Projekt langfristig bestehen kann. Aber auch jenseits finanzieller Zuwendungen braucht das Cronopios noch viele helfende Hände. Denn das ehemalige Ladengeschäft, das sich mit Keller über zwei Etagen erstreckt, wird gerade renoviert. Wer im Cronopios einen wichtigen Beitrag zu selbstorganisierter Politik in Mainz sieht, hat nun reichlich Gelegenheit, mit anzupacken. Daher heißt es nun: Hokus, Pokus, Cronopios! Lasst uns einen Infoladen gestalten!

Jan Zombik

Über Jan Zombik

Jan Zombik macht gerne Journalismus: Für alle, für die Leute, für die Politik, für die Freiheit. Wenn er gerade nicht journaliert oder philosophiert, dann musiziert er vielleicht. Anzutreffen ist er in der Regel vor seinem Bildschirm, an dem er etwas schreibt. Wenn ihr Jan etwas gutes tun wollt, dann flößt ihm beruhigenden Rooibos-Erdbeer-Sahne-Tee ein oder spendet ein paar Eurönchen für die Zwischenzeit.

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