Inter1 bleibt, Mainusch auch!

Das Inter1 retten, den Wagenplatz erhalten: Darum ging es auf der Demo. Jan Zombik | CC BY-NC-SA

Rund 40 Leute waren gekommen: Auf einer kurzfristig anberaumten Demonstration gegen die Schließung des Wohnheims Inter1 am gestrigen Dienstagvormittag auf dem Mainzer Campus bestanden sie lautstark auf dem Erhalt günstigen Wohnraums und alternativer Kultur. Der Kern ihrer Forderungen war auf mitgebrachten Transpies klar zu lesen: „Save Inter1“ und „Unkommerzieller Wohnraum, selbstverwaltete Freiräume und ein Recht auf Stadt für alle“. Tanzbare Töne, die von einem Traktoranhänger herab gespielt wurden, und ein leckeres Mittagessen aus dem Haus Mainusch halfen den Anwesenden, die Kälte zu ertragen.

Zunächst machte der kleine Tross, der vom Mainusch aus aufbrach, an der Zentralmensa halt. Flyer wurden verteilt, Redebeiträge machten auf die Situation des Inter1 aufmerksam: „Das Inter1 ist das letzte Wohnheim, in dem viele Zimmer noch mit dem BAföG bezahlt werden können. Was man uns als Alternative anbieten will, ist im Schnitt 100 Euro teurer“, prangert Tobi von der Inter1-Heimverwaltung die Entscheidung des Studierendenwerks an. Auch würde dessen Leitung Informationen zurückhalten, die sie den Bewohner_innen des Heims eigentlich mitteilen müsste.

Den gleichen Vorwurf richtete auch ein Redner, der für den Wagenplatz und das Haus Mainusch sprach, an die Universität. Bisher sei die Zusammenarbeit immer gut gelaufen, doch das ginge nur, wenn die Unileitung auch weiterhin kooperativ wäre und frühzeitig Informationen teilte. Haus Mainusch und Wagenplatz sind durch die Baupläne für das Medienhaus ebenfalls bedroht. Ein zweiter Bauabschnitt soll in einigen Jahren auf dem Gelände des Wagenplatzes das sogenannte Technikum als Teil des Medienhauses entstehen lassen. Damit stünde das alternative Kulturprojekt auf dem Campus vor dem sicheren Ende.

Die Leute wollen keine Leuchtturmprojekte

Von den Umstehenden gab es für die Reden immer wieder Applaus. Die Menschen, die auf die Demo gekommen waren, überwiegend Studierende an der Mainzer Universität, sind wütend. Sie wollen es sich nicht länger gefallen lassen, dass Stadt und Universität sich vor allem für Leuchtturmprojekte und Luxuswohnanlagen einsetzen, während finanziell schlecht gestellte Menschen an den Rand der Stadt gedrängt werden. Anne, Studentin aus Köln, die gerade Freunde in Mainz besuchte, als sie an der Demo vorbeikam und sich spontan anschloss, sieht das auch so: „Ich hab schon von der Schließung des Inter1 gehört und finde das scheiße. Überall steigen die Mieten. Das schränkt doch unsere Möglichkeiten zu leben extrem ein!“

Gegen 14 Uhr, nach zwei weiteren Zwischenkundgebungen am Philosophicum und Gebäude der Rechtswissenschaften und nach etlichen Redebeiträgen endete die Demonstration dann auf dem Forum der Universität. Dort stattete eine kleine Delegation von Aktivist_innen Unipräsident Georg Krausch einen Besuch ab, um ihm erneut ihre Forderungen mitzuteilen. Zwar trafen die Delegierten ihn nicht persönlich an, doch erfuhren sie durch seine Sekretärin, Krausch wolle das Thema im Auge behalten und sich bald melden. Jo, der für das Haus Mainusch die Forderungen übergeben hat, kommentiert: „Wir fänden es schön, wenn er das Versprechen einlöst. Aber selbst wenn nicht – gerade ist der Zeitpunkt zu handeln, um die Planungen zu beeinflussen. Und das werden wir auch tun.“

Jan Zombik

Über Jan Zombik

Jan Zombik macht gerne Journalismus: Für alle, für die Leute, für die Politik, für die Freiheit. Wenn er gerade nicht journaliert oder philosophiert, dann musiziert er vielleicht. Anzutreffen ist er in der Regel vor seinem Bildschirm, an dem er etwas schreibt. Wenn ihr Jan etwas gutes tun wollt, dann flößt ihm beruhigenden Rooibos-Erdbeer-Sahne-Tee ein oder spendet ein paar Eurönchen für die Zwischenzeit.

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