Osthofen: „Nichts war vergeblich“

Das Eingangstor der Gedenkstätte Osthofen. Zwischenzeit | CC BY-NC

Mit der Ausstellung „Nichts war vergeblich“ in der KZ Gedenkstätte Osthofen werden vielfältige Widerstandsformen von Frauen gegen den Nationalsozialismus thematisiert und gewürdigt. Am Beispiel einzelner Biographien wird aufgezeigt wie sie sich gegen das NS-Regime auflehnten und damit ihr Leben aufs Spiel setzten.

Bis zum Ende der 70er Jahre war über ihre oppositionellen Aktivitäten nur sehr wenig bekannt und erst danach wurden sie  zunehmend Gegenstand der Forschung. Bis dahin war die Geschichte des Widerstands männlich dominiert. Widerständige Frauen, die sich in die Politik einmischen und eine eigene Meinung haben und für diese vehement eintreten – das passte auch nicht in das gesellschaftlich verankerte Frauenbild der Nachkriegsjahre.

Daher blieb die Darstellung der NS Gegnerinnen lange Zeit auf untergeordnete Formen der Zuarbeit reduziert: Ihnen wurde zugestanden Kofferträgerinnen, Quartiergeberinnen oder Spendensammlerinnen gewesen zu sein.

Die in der Gedenkstätte KZ Osthofen gezeigte Ausstellung schreibt eine andere Geschichte, sie zeigt eindrücklich wie facettenreich die weibliche Opposition war. Neben dem organisierten, gab es den sehr persönlichen humanitären Widerstand und jede widerständige Handlung war ein wichtiger Beitrag.


Zugleich zeigten die Frauen, dass sie die verschiedenen Rollenzuschreibungen sehr souverän einsetzten und diese für ihre Zwecke nutzen konnten. So kam ihnen beispielsweise die gesellschaftliche Überhöhung der Mutterrolle beim Transport von verbotenen Flugschriften oder anderem subversivem Material in Kinderwägen zustatten.

„Nichts war vergeblich, was sich gegen das Regime gerichtet hat“, so formulierte es die in Wien geborene Gerti Schindel, Kämpferin in der Résistance und Ausschwitzüberlebende.

Doch nach wie vor besteht die Gefahr, dass der weibliche Widerstand marginalisiert wird. Deshalb ist es notwendig, dass er mit all seinen verschiedenen Ausprägungen und Handlungsspielräumen dokumentiert und wahrgenommen wird.

Marie Blum

Über Marie Blum

Marie Blum schreibt für Lokalzeitungen über historische und aktuelle Themen. Sie ist regelmäßige Besucherin beim Open Ohr. Immer bedächtig, oft gechillt und selten fuchsteufelswild geht sie ihren Themen nach – und gibt nie auf.

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