Über uns

Wer wir sind

Die Zwischenzeit ist ein Medienprojekt und wird gemacht von einer Gruppe von Menschen mit einem herrschaftskritischen, emanzipativen Erkenntnisinteresse. Die Fremdbestimmung, gegen die wir uns richten, hat viele Gesichter: Kapitalismus und Ausbeutung, Nationalismus, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Unterdrückung hindern uns an einem Leben in Freiheit und Gleichberechtigung.

Unser Projekt ist von dem Interesse geleitet, diese Unfreiheit und Unterdrückung offenzulegen, Wege zu größerer Selbstbestimmung aufzuzeigen und zum Widerstand gegen Ungerechtigkeit zu ermutigen. In diesem Sinne betrachten wir die Gesellschaft aus einer Perspektive, die sich nicht mit der Macht gleichsetzt. Eigene Erfahrungen der Unfreiheit erleichtern uns einen solchen Standpunkt. Andere Menschen, die sich selbst in Situationen der Ausbeutung, Diskriminierung und Unterdrückung befinden, laden wir aktiv zur Mitarbeit ein.

Wir richten uns mit der Zwischenzeit an all die, denen die bestehenden Medien keine Stimme verleihen und deren Interessen auf Freiheit, Selbstbestimmung und ein gutes Leben unsere Gesellschaft ignoriert. Der räumliche Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf Mainz/Wiesbaden und Umgebung. Eine lokale Berichterstattung in einem globalen Kontext halten wir für notwendig, um konkrete Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Was Journalismus für uns bedeutet

Wir stehen alle auf einem bestimmen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Standpunkt. Mit diesem Standpunkt verbindet sich auch immer ein entsprechendes Interesse, das von unserem Leben und unserer Arbeit nicht zu trennen ist. Daher halten wir es für unangemessen, uns als unabhängig oder objektiv zu bezeichnen. Stattdessen bekennen wir uns in unser journalistischen Arbeit offen zu unserem persönlichem Standpunkt.

Einen propagandistischen oder tendenziösen Journalismus oder einseitige Berichte über bestimmte politische Parteien oder Gruppierungen lehnen wir jedoch ab. Genausowenig verstehen wir uns also Sprachrohr einzelner politischer Organisationen oder Personen. Stattdessen versuchen wir, die Vielfalt der Meinungen derer, die an der Gesellschaft leiden, miteinander ins Gespräch zu bringen. Grundsätzlich versuchen wir stets, verschiedene Beteiligte eines Ereignisses zu hören und in unsere Berichterstattung mit aufzunehmen.

Journalistische Qualität zeigt sich auch in der Fähigkeit, eine Erkenntnis zugänglich zu machen. In diesem Sinne bemühen wir uns, eine hochgestochene Ausdrucksweise zu vermeiden. Daher ist die Form unserer Erzählweise offen für Beiträge jenseits der klassischen journalistischen Gattungen wie Reportage, Interview, Bericht, Feature und ähnliches. Künstlerisch-kritische Beiträge sind uns willkommen, weil sie Formen sind, in denen sich viele Menschen ausdrücken können.

Wie wir organisiert sind und arbeiten

Die Redaktion ist die Gruppe von Menschen, die gemeinsam die Zwischenzeit im Geiste dieses Selbstverständnisses herstellt. Dazu gehört eine aktive und regelmäßige Teilnahme an der journalistischen Arbeit. Die Redaktion steht allen, die sich in diesem Selbstverständnis wiederfinden, zur Mitarbeit offen. Ein Mitwirken an der Zwischenzeit in Gestalt einzelner, unregelmäßiger Beiträge ist uns aber auch jederzeit willkommen.

Die Redaktion trifft alle Entscheidungen für die Zwischenzeit im Konsens und repräsentiert sie nur so. Unter Konsens verstehen wir eine Haltung, die auf eine umfassende Verständigung und Aufklärung aller Beteiligter abzielt. Vetos haben aufschiebende Wirkung und müssen nicht sofort begründet werden. In diesem Sinne verbinden wir mit dem Konsensprinzip eine Kultur der lebendigen, respektvollen und frühzeitigen Kommunikation und den aktiven Abbau von Hierarchien.

Um diese Strukturen langfristig tragfähig zu gestalten, dokumentieren und planen wir unsere Arbeit gemeinsam – das schafft Stetigkeit und Übersicht über den Arbeitsstand. Genauso soll auch Wissen über die Organisationsstruktur, Fragen der Entscheidungsfindung und ähnliches festgehalten werden. So wird es Neuzugängen ermöglicht, leichter in das Projekt einzusteigen.