Unterwegs / Zwischenzeit

Die Sicht vernebelt, der Mund mit Tränengas verklebt. Eine Demonstratin bei den Nuit Debout Protesten. Kwikwaju | CC BY-NC

Staubige Krusten
vernebeln die Sicht,
verkleben die Haut,
bedecken den Sinn.
Wo geht es nach draußen?
Wo führen die Wege
nach morgen, zur Sonne,
auf offene Felder?
In Gärten, auf Seen,
zu Zelten und Bäumen,
und wütenden Horden?

Wie ging er verloren,
der Weg meines Morgens?
Wie lang hielt das Kriechen,
das Springen und Winden?
Wie lang muss ich dauern,
mich kratzen und schälen,
verpuppen und wandern?

Doch ich spüre den Frühling
nach dem zögernden Sommer,
der nur drückend heiß war,
so drückend und schwül,
ein erschöpfender Regen,
ein Krampf, ein Zermalmen!

Nun perlen die Tropfen
nur ab, leicht zerspringen sie.
Die Krusten zerspülen,
darunter Gefieder.
Ich recke die Flügel,
und schüttle den Schmerz
leicht ab.

Kaspar Skwatten

Über Kaspar Skwatten

Vor etwa einem Jahr tauchte Kaspar Skwatten in Mainz auf: Müde von der Reise beschloss der gelernte Gärtner, der schon viel herumgekommen war, sich auf ein neues Arbeitsfeld einzulassen und fand schnell neue journalistische Freunde. Nun schreibt er für die Zwischenzeit und beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Rassismus.

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